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Tatort

ARD-Sonntagskrimi Der München-»Tatort« im Schnellcheck

Erwürgte Welpen, zersägte Frauen: Batic und Leitmayr jagen einen Serienmörder, der seinem Sadismus freien Lauf lässt. Hannibal Lecter ist in diesem »Tatort« fern – das Böse kommt hier ohne Charisma daher.

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Erwürgte Welpen, zersägte Frauen: Batic und Leitmayr jagen einen Serienmörder, der seinem Sadismus freien Lauf lässt. Hannibal Lecter ist in diesem »Tatort« fern – das Böse kommt hier ohne Charisma daher.

»Tatort«-Szene: Thriller übers Sägen und Zerlegen

Das Szenario:

Töten, töten, töten – und immer an den Zuschauer denken. In München treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der Videos über seine Folter- und Mordsessions ins Netz stellt. Seinen Sadismus lebt der Psychopath nicht nur an Menschen aus, sondern auch an Tieren. In etlichen Videos ist zu sehen, wie er Welpen vor laufender Kamera abschlachtet. Ein zermürbender Job für Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), die das Filmmaterial sichten müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Dackel Luki auf dem Revier ist, den die beiden Kommissare vom Spießer Hackl aus der gleichnamigen »Tatort«-Episode geerbt haben. Der Hund muss anschauen, wie seine Artgenossen auf dem Bildschirm massakriert werden.

Der Clou:

Hannibal und Dexter sind hier fern. In diesem grimmigen Serialkillerthriller ist nicht wie in anderen Filmen des Genres ein kunstsinnger Virtuose oder fröhlicher Biedermann am Morden, sondern ein ausgelaugter, überforderter, getriebener Zwangshacksler. Der neue Fall ist mit etlichen Referenzen auf ältere gespickt. Die junge Gerichtsmedizinerin, die in der letzten München-Folge schwanger war , klagt jetzt über schlaflose Nächte mit dem Säugling. Aus Wien ruft Oberstleutnant Eisner (Harald Krassnitzer) an, der Informationen weiterleitet, die aus dem »Tatort« über Schweinezüchter und Tierschützer  stammen. Das sind hübsche Binnenverweise – der Plot ist zuweilen aber arg wackelig.

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Darsteller Leitmayr (l.) und Batic: »Doch eins dürfen Sie nicht machen: Tiere quälen oder töten.«

Darsteller Leitmayr (l.) und Batic: »Doch eins dürfen Sie nicht machen: Tiere quälen oder töten.«

Foto: Linda Gschwentner / BR

Das Bild:

Der traurige Dackelblick. Luki muss das Psychopathen-Video mitanschauen, in dem ein Welpe von einer Schlange erwürgt wird. Sein Kläffen verhallt in der Amtsstube.

Der Dialog:

Batic und Leitmayr im Gespräch mit der Expertin in einer Beratungsstelle. Sie sichten eine Reihe von Videos, in denen Tiere geschlachtet werden.

Expertin: »Es gibt knapp ein Dutzend solcher Videos. Ein Welpe wird gehäutet, einer wird einer Schlange zum Fraß vorgeworfen, einer wird mit dem Bunsenbrenner abgefackelt. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.«

Leitmayr: »Und warum haben ausgerechnet diese Videos so einen Wirbel gemacht? Ich mein, im Netz gibt’s ja noch viel krassere Sachen.«

Expertin: »Ja, sie können da alles machen. Waffen kaufen, Frauen und Kinder missbrauchen, sich von Müttern ihre Säuglinge zuführen lassen. Ja, selbst schwer erträgliches Material ist für Kinder leicht zugänglich. Und darüber regt sich kaum jemand auf. Doch eins dürfen Sie nicht machen: Tiere quälen oder töten. Das nimmt Ihnen die Community wirklich übel.«

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Rustikaler, grob geleimter, durchaus doppelbödiger Thriller übers Sägen und Zerlegen. Wer Serienmord als Kunstwerk sehen will, kann im Anschluss das formvollendete Italien-Panorama »Ripley«  bei Netflix streamen.

Source: https://www.nbcnews.com/
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